Schlagwort-Archive: Prostata

Normalität

Nach der Reha habe ich mich für eine sanften Wiedereinstieg in die Arbeitswelt entschieden. Nennt sich stufenweise Wiedereingliederung und wird von der Krankenkasse finanziert. Der Arbeitgeber ist aussen vor, zumal die 6 Wochen Lohnfortzahlung lange vorbei sind.

Ab der nächsten Woche ist wieder volles Programm angesagt.

Was mir noch fehlt, ist der Sport. Mittlerweile könnte ich mir vorstellen mich wieder auf”s Rad zu setzten. Aber es wird empfohlen nach der OP 100 Tage auszusetzen. Ich denke das ist auch gut so. Bis vor ein paar Tagen hatten zu starke körperliche Anstrengungen immer irgendwelche Folgen. Habe aber jetzt das Gefühl, dass auch diese Phase überstanden ist. Ja, ja, ich warte jetzt auch noch bis Ende Mai bis ich wieder sportlich aktiv werde. Will ja nix riskieren. Irgendwie gewöhnt man sich ja auch an den Müßiggang.

Nächste Aktion ist der nächste Auftritt auf ne großen Party in Dinslaken. Natürlich ohne Gage, aber n Paar Bier werden wohl drin sein.

Es ist vorbei – Ist es vorbei?

Nach 1 Woche Krankenhaus, 2 Wochen zuhause und 3 Wochen Reha jetz wieder zuhause. Alles in allem ne recht erholsame Zeit. Alles ist supergut verlaufen. Sowohl für das Krankenhaus als auch für die Reha-Klinik in Bad Wildungen-Reinhardshausen gilt: nur nette Menschen (von der Putzfrau bis zum Oberarzt), nahezu perfekte Organisation, ich glaube ich habe mich vor Glück beschissen.

Bin immer noch ‘dicht’. Das ist in der Form nicht selbstverständlich. Habe keine Schmerzen. Nur manchmal noch ‘Befindlichkeitsstörungen’, die aber nicht Betroffenen nur schwer zu vermitteln sind. Halt Luxusprobleme.

Es besteht auch kein Grund zur Sorge, dass jetzt der nächste Krebs wartet. Wenn der Prostatakrebs besiegt ist, ist das Thema erledigt. Prostatakrebs bedeutet nicht eine Prädisposition für Krebs zu haben.

Ich habe für mich einen Strich unter diese Sache gezogen und bin dankbar, dass mir mein Urologe Peter Voigt (Gerichtstr. 4, Bottrop) über den Weg gelaufen ist. Dass er mich zu Professor Noldus im Marienhospital Herne und zur Reha-Klinik Quellental in Bad Wildungen empfohlen hat.

Besser hätte es nicht laufen können.

Dicht!!

Jaaa! Vorhin wurde per Kontrastmittel und Röntgen untersucht, ob die Verbindung zwischen Blase und Harnröhre dicht ist. Sie ist dich und der Katheder endlich raus.

Aber noch viel besser: Bislang habe ich noch keinen Tropfen Urin verloren! Kann es kaum glauben. Hoffentlich bleibt das so.

Morgen geht es dann wohl nach Hause und am 15.3. zu Reha nach Bad Wildungen.

Überstanden

So, das schlimmste ist vorbei. Operation nicht nur überlebt. Auch die Ergebnisse sind positiv. Der Krebs konnte vollständig entfernt werden. Keine Streuung, Lymphen nicht verseucht. Auch die NErven konnten weitestgehend erhalten bleiben, also wahrscheinlich nicht inkontinent. Und dann soviel Zuspruch und Interesse von so vielen Menschen aus meinem näheren und weiteren Umfeld. Unglaublich, hätte ich nie gedacht.

Letzte Sorge: Wann kommt endlich der Katheder raus? Das Ding nervt und verursacht manchmal Schmerzen. Bloß nicht aufstehen ohne vorher den Beutel mit zu nehmen. Dienstag wird die Operationsstelle auf Dichtigkeit geprüft. Wenn dicht, Katheder raus.

Und dann? Möglicherweise bin ich dann inkontinent, d.h. man verliert den ein- oder anderen Tropfen. Wir wurden hier im Krankenhaus sehr gut auf diese Situation vorbereitet. Es ist nahezu ausgeschlossen, dass die Horrorvision eintritt regelmäßig ne nasse Hose zu haben.

Dienstag weiß ich mehr…

Die letzten Stunden

Den Auftritt gestern werte ich mal als Erfolg. Zum ersten Mal auf der Bühne. Letztes Jahr stand ich mit Gänsehaut unten, gestern oben. Natürlich war nicht alles fehlerfrei, aber es hat Spaß gemacht, die Stimmung war gut, das Publikum war gut drauf.

Viel Schulterklopfen und gute Wünsche für die bevorstehende OP. War ein recht emotionaler Abend für mich.

Jetz noch Tasche packen und morgen früh raus und zum Krankenhaus nach Herne.

Letzte Vorbereitungen

Die letzten Tage vor der OP. Freitag ist Generalprobe, Samstag der Auftritt. Im Geschäft müssen noch einige Dinge vorbereitet werden. Schließlich werde ich min. 5 Wochen nicht da sein. So lange war ich noch nie raus.

Aber da müssen wir jetzt alle durch…

Is this the end?

Durch verschiedene zufällige Ereignisse – den Ausschlag gab ein erhöhter PSA-Wert bei der jährlichen Vorsorge – wurde bei mir Anfang Januar per Biopsie Prostatkrebs diagnostiziert. Das haut dich erst mal aus den Schuhen. Bis dahin dachte ich immer, das mich sowas nicht erwischt. Ich lebe halbwegs gesund, treibe Sport rauche nicht, hab kein Übergewicht usw. Was soll also passiern. Vielleicht maln Herzinfarkt oder Schlaganfall, das hätte ich für wahrscheinlicher gehalten. Aber Krebs? Ich?

Aber das Ergebnis war eindeutig, also was tun ‘vonner Brücke springen’ oder die Herausforderung annehmen? Für die Brücke war es mir zu früh. Recherchen in Internet, besonders das Lesen in Foren, hab ich schnell sein gelassen. Da wirste nur verrückt gemacht.

Letztendlich habe ich mich 100%ig auf alle Empfehlungen meines Urologen verlassen und das war in meinem Fall auch gut so.

Da Prostatakrebs ein langsam wachsender Krebs ist, besteht kein Grund zur Eile. Auf ein paar Wochen mehr kommt es nicht an. Also kann ich noch ‘entspannt’ meinem ersten Auftritt als Bassist bei den ‘Smoking killz‘ am 19.2. entgegen sehen.

Ne, das ist nicht wirklich entspannt, weil du in jeder freien Minute an die Operation und die möglichen Folgen denkst.

Was ist danach? Ist der Krebs volständig entfernt? Hat er schon gestreut? Wahrscheinlich nicht, aber wissen werd ich es erst nach der OP. Bin ich nach impotent und/oder inkontinent. Kann sein, muss aber nicht. Scheiße dafür bin ich mit 51 doch noch viel zu jung.

Na erstmal der Auftritt am 19. und am 21.2. ins Krankenhaus.